Münzen zum Thema Bergbau
 
Bergwerksmünzen sind bzw. waren gesetzliche Zahlungsmittel und unterscheiden sich somit von den Medaillen. Seit der Gründung des Deutschen Reichs und dem Gesetz zur Einführung der Goldwährung existiert seit dem 4.12.1871 keine gesetzliche Grundlage mehr die so genannten Ausbeutemüzen zu emittieren. Ausbeute nannte man den Reingewinn einer Grube nach Abzug aller Auslagen und Verlagsgelder. Die modernen Bergwerksmünzen sind Münzen mit bergbaulichen Darstellungen. Nachfolgend werden ausgewählte Gepräge mit einem verwandten Bildmotiv vorgestellt.
Halber Ausbeutetaler vom Ramsbecker Bergbau
Die Rückseite der Nachprägung des halben Talers 1759 vom Kurfürsten Clemens-August beschreibt den Ramsbecker Bergbau. Zu sehen ist der gute Bastenberg und der böse Dörnberg. Über dem guten Bastenberg thront rechts neben dem Buch ein gekrönter Löwe mit Schwert und Palmwedel, das Haupt nach rechts wendend, davor "Glück auff". Über dem linken Berg zieht eine Wolke auf, aus der Blitze in einen Förderhaspel schlagen.
Gemälde Bastenberg
Ausbeutetaler Vorderseite   Ausbeutetaler Rückseite
 
Historisches Salzbergwerk bei Krakau
Kupferstich „Im Salzbergwerk von Wieliczka”
Salz in Symbolik und Aberglaube (Der ANSCHNITT; 7(1955)1-2; S.3-4, ohne Münzabbildungen, 1 Kupferstich). Die ältere Generation kennt vielleicht noch die Bezeichnung „Salär” für Gehalt bzw. Lohn - und niemandem wird es bewusst, dass in diesem Wort eine Bezeichnung zum Salz steckt, das einstmals als Zahlungsmittel diente. Auch die Münzbezeichnung „Heller” leitet sich vom Salz her; sie diente im 13. Jahrhundert als kleinste Münze bei der Entlöhnung der Arbeiter in den Salinen von Schwäbisch-Hall.

Das untenstehende Bild zeigt einen Ausschnitt aus einem Kupferstich (um 1750) von J. C. Nilson mit dem Titel: „Im Salzbergwerk von Wieliczka”. Die Salzbergwerke von Wieliczka, südöstlich von Krakau, gehörten zu den reichsten der Erde. Die Salzvorkommen wurden um 1250 entdeckt. Bei der ersten Teilung Polens im Jahre 1772 spielten sie eine wichtige Rolle und kamen in den Besitz Österreichs. Wieliczka wurde im 18. Jahrhundert wegen seines Salzbergwerks von zahlreichen Fremden besucht, denen die festlich erleuchteten riesigen Hallen unter Tage einen feenhaften Anblick boten.
Wieliczka Kupferstich
Münze Vorderseite   Münze Rückseite
Polen hat im Jahr 2001 eine Silbergedenkmünze (925/1000) „Salzmine in Wieliczka” (Kopalnia Soli w Wieliczca) im Wert von 20 Zloty mit einer Auflage von 25.000 Stück in Polierter Platte mit Zirkoneinlage als Salzkristallimitat (unterhalb der Füße der rechts arbeitenden Bergleute) herausgegeben. Der Münzdurchmesser beträgt 38,6 mm bei einer Masse von 28,3 g. Die Motivvorlage war höchstwahrscheinlich der oben abgebildete Kupferstich. Vier Bergleute rollen einen Salzblock; Designer: Robert Kotowicz; Nach einer Sage geht das Bergwerk in Wieliczca auf die ungarische Prinzessin Kinga (Kunigunde) zurück, die mit Boleslaus von Krakau, dem Schamhaften, verheiratet worden war. Ihr Vater, König Bela IV., soll ihr als Mitgift einen Salzschacht in der Marmarosch vermacht haben. Mit ihrem Wissen um die Salzgewinnung initiierte sie, legendenhaft verbrämt, schließlich den Salzbergbau.
 
Gedenkmünze auf die Schemnitzer Bergakademie
Schema einer „Feuermaschine” (atmosphärische Dampfmaschine) aus dem „Goldenen Bergbuch” von Schemnitz/Kremnitz/Neusohl 1764 in der Neuauflage von Jozef Vozár, Košice 2000.

Die 100-Kronen-Münze von 1987 ist dem 225-jährigen Gründungsjubiläum der ersten Bergakademie der Welt in Schemnitz gewidmet. Die älteste Bergakademie ist aber die Freiberger, weil die Bergakademie in Schemnitz bereits 1919 geschlossen worden ist.
Schema einer Feuermaschine Gedenkmünze Vorderseite

Gedenkmünze Rückseite
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